Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der
Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und
geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen
verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt
daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern,
von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist.
Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit
kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

Goodbye Kapital

Warum die Menschen dem Geld dienen und wie sie sich davon befreien könnten

Unter dem oben stehenden Titel haben zwei Autoren von assoziation.info ein Buch veröffentlicht, das ab sofort überall im Handel verfügbar ist. Aus Gründen der Nachhaltigkeit am besten direkt beim Hersteller bestellen.  Die Einleitung kann an dieser Stelle bereits vorab gelesen werden. Für Neuigkeiten beachtet unseren Facebook-Auftritt.

Hier folgt zunächst mal der Klappentext:

Warum steht Geld, das doch von Menschen geschaffen und entwickelt wurde, nicht in ihren Diensten, sondern über ihnen? Das fragte zuletzt die Occupy-Bewegung, die als Reaktion auf die große Wirtschaftskrise von 2007 entstand. Die Bewegung zerfiel jedoch, ohne dass eine Antwort auf ihre gute Frage entwickelt wurde. Auch die neuen Sozialproteste, etwa in Frankreich oder die entstehende Klima- und Mieterbewegung, werden das Geldrätsel lösen müssen, wenn sie nachhaltig etwas verändern wollen. Schließlich ist es der gnadenlose Mechanismus der Profitmacherei, der zu sozialen Verwerfungen führt und durch den wir auf einen ökologischen Kollaps zusteuern.

Was ist nun das Wesen des Geldes? Warum ist es heute zum Kern des Gemeinwesens geworden? Angelehnt an Karl Marx werden diese Fragen geklärt und eine Perspektive entwickelt, wie unsere moderne Gesellschaft sich auf eine neue Basis stellen könnte, auf deren Grundlage Geld und Gewinnwirtschaft überholt wären. Eine Gesellschaft mit nachhaltigem Wohlstand und mehr freier Zeit für alle ohne dass die Menschen sich der zwingenden Logik des Geldes unterwerfen müssen.

(aktualisiert Juni 2019)



der erfolg der grünen

die überraschung kommt erst noch

der erfolg der grünen stellt keine überraschung dar. ökologische probleme sind inzwischen im alltag ankommen. die menschengemachte klimaveränderung ist wortwörtlich spürbar, auf der haut. den diesel kann man riechen auf den strassen in den städten, dazu bedarf es keiner diskussionen darum, wie nahe messgeräte an den schmutzstellen stehen, die vermüllung kann man nicht nur im fernsehen an fremden stränden sehen, das hochwasser könnten lernende aus schulen in projekttagen selbst feststellen, glyphosat erkennt man am insektensterben, das nur ein kleiner teil des artenschwundes bildet, den die un nun breit in einen bericht ausführte.

das dringendste dieser probleme bildet der klimawandel und logischerweise bewegt er die jugend zuerst. sie demonstrieren freitags für ihre zukunft und kritisieren die „volksparteien“ wie z.b. ein rezo auf youtube. und sie fühlen sich in der regel nur von den grünen ernstgenommen. (wahlanalyse der tagesschau)

was die grünen dabei besonders attraktiv macht: sie versprechen eine lösung ohne große schmerzen, die co2-steuer kommt sozial abgefedert, ausstieg aus kohleindustrie wird reich subventioniert und alles passt sich in die marktwirtschaft ein. ihr programm beschäftigt sich vor allem mit steuern und subventionen. umweltschädliches soll abgebaut, umweltschutz gefördert werden. dieses programm ist auf eine regierungsbeteiligung angelegt und wenn die wahlen sich weiter so entwickeln, ist eine solche ziemlich sicher.

die eu-wahlen bilden nur den höhepunkt einer entwicklung, die seit mehreren jahren läuft und sich in dtld nach dem kneifen der lindner-fdp vor der verantwortung beschleunigt hat. jetzt wird vor allem betont, die jungen leute liefen in scharen zu den grünen. dies ist aber nur ein teil der wahrheit. auch junge grün wählende menschen sind, wie deren ältere wähler*innen, akademisch ausgerichtet, wohnen in den städten und entstammen gut verdienenden, oft staatsnah angestellten elternhäusern. (wahlanalyse der welt)

so passen programm der grünen und ihre wählerschaft gut zusammen. eine alleinregierung wird es selbst unter kanzler habeck nicht geben. eine regierungsbeteiligung erfordert kompromisse. und dann werden die starken lobbygruppen ihre anteile heraus schinden. da wird es ausgleich für landwirte, autofahrer und -industrie, energiewirtschaft, bauunternehmer, häuslebauer etc. pp. geben. nur die ohne lobby werden wie bei agenda 2010 in die röhre schauen. und bezahlt muss alles auch werden. da es aber marktwirtschaftlich zugehen soll, werden es vor allem die lohnarbeiter bezahlen, vor allem die unter ihnen in mittleren alter, nichtakademisch „gebildet“, berufspendler, in produktionsnahen berufen, wo die sozialbeiträge und die lohnsteuer fliesst. der sogenannte mittelstandsbauch der staatseinnahmen, der besser facharbeiterbauch genannt werden sollte. und dieser facharbeiterbauch sieht vor allem in den jetzt schon von dieser marktwirtschaftlichen energiewende betroffenen regionen die auf ihn zukommenden gefahren, siehe die afd-wähler im osten und die nichtwähler.

so ist der erfolg einer grünbeteiligten regierung keinesfalls sicher. es ist sehr fraglich, ob sich die umweltzerstörung im rahmen der marktwirtschaft lösen lässt. bisher sind zumindest die versuche gescheitert, was man besonders am c02-zertifikatehandel beobachten kann. will man als unternehmen erfolgreich sein, muss man kosten des umweltschutzes auf andere schieben. am billigsten ist, sie einfach der natur und gesellschaft aufzubürden. will man als staat international konkurrenzfähiger standort sein, steht man vor dem selben problem. die eu bietet hier stärkere verhandlungsmacht, aber man wird verbündete brauchen in der welt. sicheres ergebnis einer grünbeteiligten regierung wird die zunehmende spaltung der gesellschaft sein. weshalb auch dieses ergebnis er eu-wahl nicht besonders überraschen sollte. und doch werden viele wieder überrascht sein.

gäbe es eine alternative? ein gesamtpaket, in dem die gesellschaft die zusammenhängenden probleme des umweltschutzes für die menschen gemeinsam angeht. dazu bräuchte man einen überblick, welche kosten gesellschaftlich anfallen, welche arbeiten notwendig sind, wie die lasten verteilt werden und wer entscheidet. dazu bedürfte es gebrauchswertplanung mit arbeitszeitrechnung auf wirklich demokratischer grundlage, bei der die, die entscheidungen treffen, auch die verantwortung übernehmen.



diem25: green new deal & klimakrise

in einem ersten artikel zur eu-wahl hatten wir argumentiert, dass es durchaus angebracht ist, seine stimme bei den europawahlen für „DiEM 25 Demokratie in Europa“ zu geben. zwar geht es auch dieser gruppierung nur um ein bürgerliches reformprojekt, allerdings würde die von ihnen angestrebte europaweite, demokratisch legitimierte gesamtsteuerung den boden für eine wirkliche soziale umwälzung verbessern.

nachdem nun ein wahlwerbespott von diem25 erschienen ist, wollen wir diese kritik grundsätzlich vertiefen, bzw. am beispiel des videos konkretisieren. es geht in diesem video um den von diem geforderten „green new deal“, der den klimawandel stoppen soll. dieses video gibt es hier in deutscher und hier in englischer sprache.

vollkommen richtig wird zunächst festgestellt, dass es heute um eine „existenzielle klimakrise“ geht, in der die europäer gemeinsam handeln müssen. dies ist eigentlich logisch, denn die globalen herausforderungen unserer zeit können die kleinen nationalstaaten niemals alleine stemmen. in zeiten des nationalistischen backslash, der bis weit in die linke hinein reicht, ist diese erkenntnis allerdings erfrischend deutlich formuliert.

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Enteignen

„Deutsche Wohnen & Co enteignen“ – Der Ruf nach Eingriffen in die herrschende Eigentumsordnung wird lauter. Und das ist gut so. Denn wer ernsthaft gegen die sozialen (und ökologischen etc.) Verwerfungen in dieser Gesellschaft vorgehen will, wird zwangsläufig auf die Eigentumsfrage als DIE Kernfrage stoßen. Und wo deshalb, wie grade in Berlin, die Enteignung von Wohnungs- oder anderen Unternehmen gefordert wird, sind solche Bestrebungen unbedingt zu unterstützen. Hierbei geht es um nichts weniger als unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen: Wem sollen die Fabriken, Häuser usw. gehören?

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