Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern, von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist.
Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

Goodbye Kapital

Die Alternative zu Geld, sozialem Elend und ökologischer Katastrophe

Unser Buch ist nun endlich in zweiter und erweiterter Auflage erschienen. Dieses mal im PapyRossa Verlag und ist somit direkt beim Verlag und überall im Buchhandel verfügbar.

Eine schöne Rezension zur ersten Auflage erschien am 6.1.20 in der jw.

Das „Inhaltsverzeichnis“ und eine „Leseprobe aus dem Vorwort“ gibt es beim Verlag.

„Corona verschärft eine riesige Wirtschaftskrise. Dabei stehen Arbeitskräfte und Produktionsanlagen zur Verfügung. Fridays for Future und die neue  Ökologiebewegung sind auf einen ähnlichen Widerspruch gestoßen: Banken werden gerettet, weil sie systemrelevant seien, das Klima aber nicht!? Auch Occupy fragte, warum das Geld, obwohl vom Menschen geschaffen, nicht in seinem Dienst steht, sondern über ihm. Was aber ist das Wesen des Geldes? Warum ist es Kern des Gemeinwesens geworden? Diesen Fragen gehen die beiden Autoren nach. Und sie entwerfen eine Perspektive, in der die Gesellschaft die private Verfügung über die Produktionsmittel, Gewinnmaximierung und Geld mit den daraus resultierenden Wirtschaftskrisen, sozialen Verwerfungen und ökologischen Katastrophen hinter sich lassen und auf eine andere Basis gestellt werden könnte. Eine planmäßig und gemäß gesellschaftlicher Bedürfnisse produzierende Gesellschaft, vom gnadenlosen Mechanismus grenzenloser Profiterwirtschaftung erlöst, mit nachhaltigem Wohlstand, mehr freier Zeit für alle und ohne Raubbau an der Natur.“

 

(aktualisiert Juli 2020)



Von Sachzwängen, Ideologie und Empirie

Die Süddeutsche Zeitung zu Klimakatastrophe, Fleischindustrie und Wirtschaftswachstum

Das wir in dramatischen Zeiten leben ist längst im Mainstream angekommen. Wer dafür noch empirische Belege sucht, dürfte in der fachkundig geschriebenen Rubrik ‚WISSEN‘ der Süddeutschen Zeitung regelmäßig fündig werden. Nehmen wir beispielhaft die Wochenendausgabe vom 20./21. Juni 2020 zur Hand: „Will man die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen – so wie im Pariser Vertrag angestrebt – blieben der Menschheit weniger als neun Jahre, bis sie gar kein CO2 mehr emittieren darf. Um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, hätte man noch 25 Jahre Zeit, um klimaneutral zu werden“. 1,5 Grad oder 2 Grad, was lapidar klingen mag, macht einen enormen Unterschied, wie selbiger Artikel noch einmal herausstellt: „So zeigen Berechnungen, dass Grönland wohl bei einer Erwärmung um 1,8 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit einen Kipppunkt erreichen könnte, ab dem die Insel abtaut. Über die nächsten Jahrtausende dürfte dann immer mehr Eis ins Meer fließen, was für einen Meeresspiegelanstieg von sieben Metern sorgen würde“ – richtig gelesen, der nächsten Jahrtausende !!! Und natürlich ist da nicht nur Grönland; „Klimaforscher haben noch weitere solche ‚Kippelemente‘ im Verdacht, unaufhaltsame Ereignisse im Klimasystem auszulösen, sobald ein bestimmter Punkt überschritten ist […]“. Die nächsten Jahre entscheiden über den Ablauf der unaufhaltsamen, oder wie Rezo vor gut einem Jahr mehrfach erstaunt in seinem sagenumwobenen YouTube-Statement wiederholte, irreversiblen Prozesse. Nicht zu unrecht hält die Süddeutsche in der Rubrik ‚WISSEN‘ fest: „Vielleicht noch nie in der Geschichte hatte eine Generation so große Macht, den Verlauf der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende zu prägen“!!!

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»Wumms« wofür ?

Nachdem die Bundesregierung letzte Woche ihr »Wumms«-gegen-die-Krise-Konjunkturpaket verkündete, fiel die Kritik der Opposition recht milde aus. Wer will schon Spaßbremse sein, wenn 130 Milliarden Euro größtenteils im Gießkannenprinzip halbwegs gleichmäßig verteilt werden. Ein bisschen »mehr Grün« oder »Soziales«, ein wenig mehr »Kauf-vor-Ort«, aber ansonsten: Zustimmung. Auch die Wirtschaftsvertreter äußerten sich fast durchgängig positiv. „Das Konjunkturprogramm ist nach dem Motto »Klotzen und nicht kleckern« konzipiert, das »Wumms« ist also eindeutig da“, gab etwa Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre und ehemaliger »Wirtschaftsweiser« zu Protokoll.

Richtig jammern wollte nur die Autolobby, die sich im Vorfeld des Koalitionsgipfels mächtig ins Zeug gelegt hatte und sich deshalb, wohl nicht ganz unbegründet, weit mehr versprochen hatte. Dass ausgerechnet die IG Metall-Spitze und der Daimler-Betriebsrat in dieses Wehklagen einstimmen mussten, zeigt recht deutlich, welch Geistes Kind diese eigentlich sind. Gleiches gilt für die Landesregierungen von Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg, die, völlig unabhängig vom jeweiligen Parteibuch, Spalier für »ihre« Autoindustrie standen.

Dass der Autolobby dieses Mal nicht jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wurde, war dabei nicht in erster Linie dem logischen Menschenverstand geschuldet. Vielmehr musste diesem durch die (neue) Ökologiebewegung mit massivem Druck auf die Sprünge geholfen werden. Zurecht kann sich »Fridays for Future« den Verdienst auf die Fahne schreiben „das schlimmste verhindert zu haben“. Ihr via Newsletter kommuniziertes Fazit „Lobby versenkt aber Chance verschenkt“ gehörte definitiv zu den originelleren Kommentaren der letzten Woche.

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Vom Marktversagen

Kommentar zum FAZ Artikel „Wie der Staat die Pharma-Industrie regulieren sollte“1)https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/coronavirus-wie-der-staat-die-pharma-industrie-regulieren-sollte-16674635.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 (leider inzwischen kostenpflichtig)

„Wie der Staat die Pharma-Industrie regulieren sollte“ – dass die FAZ staatliche Regulierung fordert, ist schon selten. Und dann auch noch Regulierung der Wirtschaft, des ‚freien Marktes‘. Man kann sich im Geiste schon den Widerspruch in einer der nächsten Ausgaben ausmalen: Dort werden dann wieder die Dogmen von der unsichtbaren Hand hervorgekramt. Die Parolen vom Markt und den darauf agierenden Unternehmen, die alles zum Besten regeln, wenn sie nur ungestört ihrem Profitdrang nachgeben dürften. Profit führe zu Gemeinwohl. Von ‚Antikapitalismus‘ wollen die Autoren zwar nichts wissen, warnen gleichwohl vor einem ‚reflexhaften‘ zitieren bekannter Adam Smith Passagen. Sie rechnen also auch mit dieser Antwort auf ihren Artikel. Aber zurück zum Inhalt: Hier wird eine Intervention des Staates mit dem Ziel einer pharmazeutische Grundsicherung gefordert. Nicht nur aufgrund der aktuellen Coronaepedemie. Fehlende und zu teure Medikamente sowie vernachlässigte Antibiotikaforschung steht auch auf der Liste der Versäumnisse. Soweit nichts Neues.

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Projektankündigung: Kapital kann kein Klima

Für 2020 haben wir uns vorgenommen, eine Broschüre unter dem Titel „Kapital kann kein Klima“ auszuarbeiten. Im Anschluss an „Goodbye Kapital“ wollen wir darlegen, dass der Wachstumszwang dieser Gesellschaft in einem direkten Gegensatz zu den bald erreichten planetaren Grenzen steht. Als Lösung schlagen wir die Überwindung von Ware und Wert durch eine allgemeine Arbeitszeitrechnung vor. Wenn auf dieser Seite 2020 zunächst weniger neue Artikel erscheinen als 2019 liegt das daran, dass wir mit dem neuen Projekt beschäftigt sind… Wir freuen uns über alle, die Interesse an diesem Projekt haben und in irgend einer Form daran teilhaben möchten. Sei es durch Mitarbeit an der Broschüre, sei es durch Diskussionen, Veranstaltungen oder ähnliches. Scheut euch bitte nicht uns eine mail zu schreiben: info[ät]assoziation.info…

Kapital kann kein Klima !

In diesem Sinne wünschen wir ein kämpferisches 2020

 

Ps.: Ganz im Sinne des Projektes haben Phil und Chris drei Artikel zur Klimakrise veröffentlicht.


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