Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern, von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist.
Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

Kapital kann kein Klima

Die Profitinteressen der Mächtigen verhindern den dringend benötigten sozialökologischen Fortschritt. Die Suche nach Konsens und Kompromiss ist deshalb vergebens. Ein anderes Arbeiten, Bauen und Wohnen, andere Formen von Mobilität müssten stattdessen die entscheidenden Fragen der politischen Auseinandersetzung werden – und zwar gegen die kapitalistischen Profitinteressen. Auch die sozialen Verwerfungen des Kapitalismus sind nicht mehr zu ertragen und können nicht von der ökologischen Frage getrennt werden.

Statt des Schulterschlusses mit den Regierenden sollte die junge Umweltbewegung deshalb das Bündnis mit den Lohnabhängigen suchen – Öko als Klassenkampf! http://www.kapital-kann-kein-klima.de



‚Planwirtschaft – Arbeitszeitrechnung, Staatssozialismus Ökologie‘ (2022) und ‚Goodbye Kapital‘ (2020)

Anfang 2022 ist der von uns herausgegebene Sammelband ‚Planwirtschaft‘ in der Reihe ‚Linke Klassiker‘ erschienen. Dieser enthält eine Textsammlung, die sich mit dem Thema des geplanten Wirtschaftens beschäftigt und ist als Ergänzung zu unserem ersten Buch zu sehen, welches die Arbeitszeitrechnung einführt und begründet.

‚Warum die Menschen dem Geld dienen und wie sie sich davon befreien könnten‘ war der Arbeitstitel unseres Buches ‚Goodbye Kapital‘, welches 2020 nach einigen Überarbeitungen final bei Papy Rossa erschien. Bereits die Occupy-Bewegung fragte nach der großen Krise 2007 warum das Geld, das doch von Menschen geschaffen und entwickelt wurde, nicht in seinen Diensten steht, sondern über ihm. Auch die junge Ökologiebewegung sowie neuere Sozialproteste stoßen immer wieder auf dieses Geldrätsel und werden es lösen müssen, wenn sie dauerhaft etwas verändern wollen. Schließlich ist es der gnadenlose Mechanismus der kapitalistischen Profitmacherei, der uns in rasender Geschwindigkeit auf einen ökologischen Kollaps zusteuern lässt und dabei zu immer härteren sozialen Verwerfungen führt. weiterlesen >>



Gemeinsamkeit von Groko, Jamaika und Ampel

Kommentar zur Bundestagswahl und Klimakrise

Bei allen, die sich erhofft hatten, die Bundestagswahl 2021 würde zur Klimawahl werden, ein Fanal für mehr Ökologie setzen oder am Ende gar zu einer Klimakanzlerin führen, muss die Enttäuschung groß gewesen sein. Allen Extremwettern und Katastrophen der letzten Jahre, Monate und Wochen zum Trotz, die Wahlen bestätigten nur, was die Umfragen des Sommers vorausgesagt hatten. Nicht einmal 15 % für die Grünen, und die LINKE, welche die meisten grünen Klimaversprechen abgeschrieben hatte und diese teilweise um einige Nuancen verschärfte, musste sogar katastrophale Einbußen hinnehmen. Auch Kleinstparteien wie etwa die Klimalisten oder die ÖDP, die sich dem Klima und der Ökologie verschrieben hatten, konnten keine nennenswerten Erfolge vorweisen.

Das merkwürdige dabei: Nach ihren größten Ängsten, Sorgen und Befürchtungen befragt, nennen die Deutschen in ziemlich allen Umfragen den „Klimawandel“ an Platz eins. In Wahlerfolge lassen sich diese Ängste allem Anschein nach bisher allerdings nicht so einfach ummünzten. Dabei waren die Programme von Grünen und LINKEN schon so zaghaft und vorsichtig in ihren Forderungen geschrieben, dass Klimaaktivist:innen erschreckt und das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) nüchtern feststellten, dass selbst bei 100%iger Umsetzung die CO2-Einsparungen nicht reichen würden, um auch nur die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten. Besteht hier ein Widerspruch zwischen der hohen Wertschätzung des Klimaschutzes in Umfragen und der realen Wahlentscheidung in der Bevölkerung Deutschlands?

weiterlesen >>



Weiter mit der ökosozialistischen Planwirtschaftsdebatte!

Auf der Titelseite der Augustausgabe der ak hat Christian Zeller in einem dringenden Appell darauf hingewiesen, dass die Klimakrise mittlerweile so weit fortgeschritten ist, dass alle Hoffnungen und Vorstellungen einer schrittweisen sozialökologischen Transformation bereits überholt sind. Zeller fordert deshalb vollkommen zu Recht „jetzt eine Debatte über die Strategie zu einem umfassenden gesellschaftlichen Umbruch hin zu einer Gesellschaft, die gemeinsam entscheidet, mehr teilt und weniger produziert: eine ökosozialistische Gesellschaft“ (ak 673). Zumindest teilweise – nämlich was das ‚Ziel‘, die ‚große Erzählung‘ oder die ‚konkrete Utopie‘ anbelangt – bietet die ‚ak-Reihe Planwirtschaft‘ Anknüpfungspunkte und Überschneidungen zu einer solchen, tatsächlich dringend benötigten Debatte. Die ‚große Erzählung‘ wäre eine Gesellschaft, in der assoziierte Produzent:innen die kapitalistische Profitmaximierung überwunden haben und ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, mögen wir diese Gesellschaft einstweilen in Zellers Sinne Ökosozialismus nennen. Kommunismus, Commonismus, Anarchismus, und libertärer Sozialismus sind nebenbei bemerkt allesamt als positive Vorschläge in der ak-Reihe gefallen, aber „der Name ist zweitrangig“ stellte Sutterlütti treffend fest und tatsächlich sollten wir zunächst über Inhalte reden.

Zur Erinnerung: Auch wenn im Netz unter akweb.de nachträglich zwei ältere Beiträge aus dem Jahr 2019 in die ak-Reihe Planwirtschaft eingefügt wurden, die sich um das Themenfeld Digitalisierung und geplantes Wirtschaften drehten, wurde die eigentliche Diskussion erst im Frühjahr 2020 eröffnet, als wir einen Beitrag veröffentlichten, in welchem wir uns dafür stark machten, „Mit Plan gegen die Klimakrise“ anzutreten. Als Erwiderung auf bürgerliche Wissenschaftler:innen, die die destruktiven Folgen des Marktes problematisierten, brachten wir die Frage des ‚Werts‘ und seiner Aufhebung durch Planung der Produktion ins Spiel: So müsse „zunächst grundsätzlich herausgearbeitet werden, dass Arbeit nicht zwangsläufig zu Wert führen muss. Vielmehr sind es erst bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, unter denen Arbeit wertbildend wird. Es ist die arbeitsteilige Gesellschaft mit ihrer Privatproduktion für den Markt, also Produktion für andere, bei denen […] die »Fabriken in privater Hand« sind. Unter diesen Verhältnissen bekommen Arbeitsprodukte Wert, weil sie sich als Waren auf dem Markt in Geld als dem Wertmaß darstellen müssen. Solange diese Verhältnisse nicht überwunden sind, bleibt der Zwang zur Profitmaximierung mindestens latent vorhanden und wird sich als »unsichtbare Hand« immer wieder – und sei es hinter dem Rücken der Gesetzgebung – Bahn brechen“ (ak 658). Seither sind neun weitere Beiträge erschienen, die fast ausnahmslos die ökologische Krise als Ausgangspunkt nehmen, um sich für (mehr) geplantes Wirtschaften auszusprechen. Unisono: Das Kapitalverhältnis samt Profitmaximierung muss überwunden werden, um die ökologische Katastrophe abzuwenden. An seine Stelle müssen Formen geplanten Wirtschaftens treten; neben allen teils deutlichen Differenzen hat sich hier also ein erster wichtiger gemeinsamer Grundzug in der Diskussion herausgebildet.

weiterlesen >>


« Vorherige SeiteNächste Seite »