Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern, von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist.
Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.

Kapital kann kein Klima

Die Profitinteressen der Mächtigen verhindern den dringend benötigten sozialökologischen Fortschritt. Die Suche nach Konsens und Kompromiss ist deshalb vergebens. Ein anderes Arbeiten, Bauen und Wohnen, andere Formen von Mobilität müssten stattdessen die entscheidenden Fragen der politischen Auseinandersetzung werden – und zwar gegen die kapitalistischen Profitinteressen. Auch die sozialen Verwerfungen des Kapitalismus sind nicht mehr zu ertragen und können nicht von der ökologischen Frage getrennt werden.

Statt des Schulterschlusses mit den Regierenden sollte die junge Umweltbewegung deshalb das Bündnis mit den Lohnabhängigen suchen – Öko als Klassenkampf! http://www.kapital-kann-kein-klima.de



Goodbye Kapital

von Guenther Sandleben

Lässt sich revolutionäre Gewaltanwendung als ein Mittel zur Herstellung oder Beförderung menschlicher Freiheit und menschlichem Glück rechtfertigen, fragte einst Herbert Marcuse in seinem Essay „Ethik und Revolution“. Ja, antwortete er, die Revolution ist historisch gerechtfertigt und notwendig, da die bestehende Wirklichkeit, in der wir leben, hinter den realen Möglichkeiten zurückfällt. Diese Kluft hielt Marcuse für berechenbar, indem der tatsächliche Einsatz materieller und geistiger Ressourcen mit alternativen Verwendungs- und Verteilungsweisen verglichen wird.

„Goodbye Kapital“ ist die revolutionäre Antwort auf eine Produktions- und Verteilungsweise, die mittlerweile nicht nur eine Ausweitung von Freiheit und Glück blockiert, sondern verheerende ökonomische, soziale und ökologische Verwerfungen produziert und die Grundlagen menschlicher Existenz untergräbt. Die Autoren Christian Hofmann und Philip Broistedt geben ihrem Buch, das Mitte 2020 im PapyRossa Verlag als Taschenbuch erscheint, den Untertitel: „Die Alternative zu Geld, sozialem Elend und ökologischer Katastrophe “. Dies ist keineswegs eine akademische Angelegenheit. Die Protestwellen ab 2011 haben Geld und Kapital unter verschiedenen Gesichtspunkten heftig kritisiert: Anfangs stand die Kritik an den Finanzmärkten, den Banken und den Fonds im Vordergrund, dann kam die Kritik am Profitsystem, das im Zuge der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/09 zu Arbeitslosigkeit, Sozial- und Lohnkürzungen und später zu unbezahlbaren Mieten führte, schließlich eroberte die Fridays-for-Future-Bewegung die Straßen und öffentlichen Plätze . Die beiden Autoren analysieren Vorstellungen und Forderungen der Protestbewegung und stellen mit Bezug auf die Geldauffassungen der Protestbewegungen fest: “Insgesamt war die Kritik noch sehr widersprüchlich und teilweise diffus. So ist Kritik an Geld und Banken weit davon entfernt, grundsätzlich progressiv zu sein.“

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Von Sachzwängen, Ideologie und Empirie

Die Süddeutsche Zeitung zu Klimakatastrophe, Fleischindustrie und Wirtschaftswachstum

Das wir in dramatischen Zeiten leben ist längst im Mainstream angekommen. Wer dafür noch empirische Belege sucht, dürfte in der fachkundig geschriebenen Rubrik ‚WISSEN‘ der Süddeutschen Zeitung regelmäßig fündig werden. Nehmen wir beispielhaft die Wochenendausgabe vom 20./21. Juni 2020 zur Hand: „Will man die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen – so wie im Pariser Vertrag angestrebt – blieben der Menschheit weniger als neun Jahre, bis sie gar kein CO2 mehr emittieren darf. Um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, hätte man noch 25 Jahre Zeit, um klimaneutral zu werden“. 1,5 Grad oder 2 Grad, was lapidar klingen mag, macht einen enormen Unterschied, wie selbiger Artikel noch einmal herausstellt: „So zeigen Berechnungen, dass Grönland wohl bei einer Erwärmung um 1,8 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit einen Kipppunkt erreichen könnte, ab dem die Insel abtaut. Über die nächsten Jahrtausende dürfte dann immer mehr Eis ins Meer fließen, was für einen Meeresspiegelanstieg von sieben Metern sorgen würde“ – richtig gelesen, der nächsten Jahrtausende !!! Und natürlich ist da nicht nur Grönland; „Klimaforscher haben noch weitere solche ‚Kippelemente‘ im Verdacht, unaufhaltsame Ereignisse im Klimasystem auszulösen, sobald ein bestimmter Punkt überschritten ist […]“. Die nächsten Jahre entscheiden über den Ablauf der unaufhaltsamen, oder wie Rezo vor gut einem Jahr mehrfach erstaunt in seinem sagenumwobenen YouTube-Statement wiederholte, irreversiblen Prozesse. Nicht zu unrecht hält die Süddeutsche in der Rubrik ‚WISSEN‘ fest: „Vielleicht noch nie in der Geschichte hatte eine Generation so große Macht, den Verlauf der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende zu prägen“!!!

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